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Eine jüdische Schützenkönigin

Als 1929 beim Schermbecker Kilian-Schützenfest Karl Schulz den Vogel abschoss, erkor er die 24-jährige Paula Adelsheimer zu seiner Königin. Die junge, gebildete Frau war die Tochter des erfolgreichen Geschäftsmanns Gustav Adelsheimer und seiner Frau Emma, und sie war jüdisch. Es war das erste Mal, dass es bei einem Schützenfest in Schermbeck eine jüdische Schützenkönigin gab. Für ein Jahr repräsentierte sie nun mit Karl Schulz die Kilian-Schützengilde.
paula-adelsheimer

Nach 1933 blieb sie bei ihren Eltern und betreute die erkrankte Mutter, zuletzt lebten sie zu dritt in Berlin in einer Einzimmerwohnung, und Paula Adelsheimer musste Zwangsarbeit leisten. 1942 erfolgte die Deportation nach Warschau und von dort weiter nach Auschwitz, wo sie im März 1943 ermordet wurde. Im Gegensatz zu anderen Orten und Schützenvereinen blieb die Plakette an der historischen Schützenkette mit den Namen des Königspaares von 1929 erhalten.

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