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Vom DP-Lager in neue Heimaten

Den Verwaltungsbegriff „DP“ als Abkürzung von „Displaced Persons“ hatten die Westalliierten 1944 geprägt. „Displaced“ bezeichnet im Englischen „verschleppt“. Als DP galt jeder, der durch die Politik der Nazis und den Krieg sozial entwurzelt und politisch rechtlos wurde – in der Regel KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter. Unter DP fielen also nicht nur jüdische Überlebende. Der DP-Status war wichtig, um von den Alliierten oder von Hilfsorganisationen unterstützt zu werden. Die jüdischen Überlebenden nannten sich selbst meistens „Der Rest der Geretteten“ („Sche’erit Hapleta“).

Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes mussten Millionen Menschen aus den Konzentrations- oder Arbeitslagern in ihre Heimatländer zurückgeführt, zunächst aber versorgt werden. Die Machtübernahme der Kommunisten in Osteuropa und ein dort wieder aufflammender Antisemitismus ließ viele osteuropäische Juden vor einer Rückkehr zurückschrecken.

In den großen DP-Lagern warben israelische Delegationen für eine Auswanderung, doch die unsichere politische und militärische Lage in Palästina/Israel hielt manchen davon ab.  Andere wollten nach Großbritannien, Australien oder in die USA. Die meisten schafften in den nächsten Jahren eine solche Ausreise. So hatte Präsident Truman bereits 1946 ein Gemeinschaftsvisum für die USA erteilt.

Informationen über das Lager Kaunitz für jüdische DPs >

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