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„Nur ein Datum“? Der 5. Oktober 1937

In das schmale Gepmzvom 6_10_37frankensteinäck für den Weg in die Emigration packte der 17-jährige Richard Frankenstein auch die aktuelle heimische Zeitung. Ihre Ausgabe vom 5. Oktober 1937 enthielt keine Sensationen, vielleicht wollte er sie unterwegs lesen, vielleicht sollte sie ihn an diesen Tag erinnern. Dass es der Tag der berühmten »Quarantäne-Rede« Franklin D. Roosevelts sein würde, konnte er nicht wissen. Fast 60 Jahre später, anlässlich der Begegnungswochen 1995, brachte er das inzwischen brüchige Exemplar zurück nach Münster.

Richard Frankenstein, geboren 1920 Steinheim, war mit den Eltern 1927 nach Münster gekommen. Sein Vater, noch 1938 mit dem Ehrenkreuz für Frontkämpfer ausgezeichnet, musste bereits 1935 seinen Getreidehandel in Münster aufgeben. Richard, ein sehr guter Schüler und talentierter Sportler, konnte den Besuch des Gymnasiums unter dem Druck des NS-Regimes nicht fortsetzen.
Ende 1936 emigrierte die Familie Frankenstein über London nach Südafrika und ließ sich unter schwierigen Lebensumständen in Johannesburg nieder.

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