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Eine Geiselnahme in Lembeck

1602 gerieten die jüdischen Kaufleute Jacob Kaufman und Leser Judd bei Dorsten auf dem Gebiet des Schlossherrn von Lembeck in Gefangenschaft. Der Burgherr verlangte ein Strafgeld für die Durchreise – zu Unrecht, denn der Landesherr, Fürstbischof von Münster, gewährte in seinem Gebiet allen Juden freies Geleit. Doch im 17. und 18. Jahrhundert konnten gerade Juden angesichts der territorialen Zerspelitterung  nicht auf einen sicheren Rechtsstatus zählen.

Während ihrer mehrmonatigen Geiselhaft hielten die Gefangenen mit geschmuggelten Briefen, sogenannten Kassibern, Kontakt zu ihren Familien. Sie bedienten sich der (west-)jiddischen Sprache. Der Schaden war groß: Die Familien mussten ihren gesamten Vorrat an Gerste verkaufen.
Hier kann man in die Lembecker Kassiber hineinhören >

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